5. Mai - Etappe 4
Geschrieben von: Dan   
Dienstag, 05. Mai 2009 um 15:07

Bulgarien - 4. Renntag

6 Stationen sind an der Grenze abzufahren, der PistenBulli bekommt noch ein paar Unterschriften von den USB-Stick-Mädels, einen Stempel am letzten Grenzposten, dann sind wir schon Richtung Sofia unterwegs: Sofia - Samokov - Kostenec - Pazardzik - Plodiv - Haskovo - und bei Edirne über die türkische Grenze.

Sofia ist nicht schwer zu finden, und das Navigationsdesaster von Belgrad wiederholt sich nicht. Auf in der Karte grün markierter Straße (landschaftlich schön, damit ist wohl die bulgarische Weiblichkeit am Straßenrand gemeint) weiter bis Plovdiv, wo wir unsere Vorräte in einem Billa (!) auffüllen.

Auch alles Weitere stellt sich als schaffbar heraus, trotz aller Bedenken (auf dieser Straße kommt es öfters zu bewaffneten Raubüberfällen) kommen wir problemlos durchs Land, selbst die Straßen sind besser als in Serbien. Bei Ljubimec pausieren wir und starten wieder unsere Campinggriller bei einer Tankstelle (Rauchverbot - aber Grillen geht in Ordnung). Es gibt Eierspeise und Speckknödelsuppe.

Hier löst sich auch die Länderaufgabe von selbst, in Form von neugierigen bulgarischen Motorradfahrern die vom Badetrip aus Griechenland zurückkehren, und super englisch sprechen. In Kombination mit Internet und Drucker - Aufgabe erledigt, es ist die bulgarische Natiomalhymne. Trotz der knappen Zeit beschließen wir die Griechenland mitzunehmen und fahren bei Ormenio über die Grenze, Bulgarien ade! Roadbook liegt im letzten Bus, da bleibt keine Zeit für Stops - Roadbook-Übergabe in voller Fahrt zwischen den Bussen.

GRIECHENLAND - 4. Renntag

Knapp vor der türkischen Grenze begeben wir uns in Kastanies auf die Suche nach Gyros und Musik. Gyros gibt's keines, und zuerst auch keine Musik, es kann keiner englisch, also weiter durch den Ort, wo Michl einen perfekt deutsch sprechenden Griechen in einer Kneipe antrifft. 3 Stunden später kennen wir auch den Pfarrer, den Arzt der vor 10 Tagen noch in Jordanien war, und den lokalen Folklore-Star von dem wir Noten, Texte und sogar CDs (mit seinem Gesicht darauf) geschenkt bekommen! Etliche Bier und starke Kaffee später ziehen wir mit den besten Wünschen des halben Ortes weiter, noch einige griechische Kinderlieder und eine weitere griechische CD im Gepäck.

Jetzt kommt eine Schengen-Grenze, das heißt lange Stacheldrahtschleußen durchfahren, eine Desinfektionsdurchfahrt und schließlich der türkische Teil der Grenze, an dem für uns Schluss ist. Wir haben keine Versicherung für die Türkei, und die kann man nur in Edirne abschließen - also wieder retour!

BULGARIEN - 4. Renntag

Hallo Bulgarien, schon wieder. Na dann ab Richtung Edirne, die Grenzübergänge BG/GR und BG/TR sind nur einen Katzensprung voneinander entfernt, und wieder keine Probleme bei der Ausreise, was machen wir eigentlich mit unserem Bestechungsgeldbudget?

Wie gesagt, Schengengrenzen haben es in sich: meterhohe Betonzäune mit Stacheldrahtkrone, riesige Grenzübergänge mit bürokratischen Abläufen. Um 21:45 Uhr sind wir an der Grenze. Die Schweinegrippe versetzt die türkischen Behörden offensichtlich in Angst und Schrecken. Viele tragen Masken und man füllt eine Bestätigung aus die auf den Gesundheitszustand abzielt, unter Anderem die Frage: "hatten Sie in letzter Zeit Kontakt zu Schweinegrippepatienten?" - mal überlegen - nö.

Die Versicherung war dann noch fällig. Lustig wie sich die einzelnen Beamte voneinander unterscheiden. Im RaketenBus und im PistenBulli liegen Wein- und Schnapfsflaschen herum, gefüllte Benzinkanister auf Dach und im Kofferraum - kein Problem Nur nach dem Schichtwechsel muss der letzte im Kontrollbunde - der KramBus seinen Benzinkanister gleich leerschlürfen, darf nicht über die Grenze (2m daneben die benzinbestückten anderen Bullis). Aber dann passieren wir endlich um ca. 22:45 Uhr die Grenze.

GRIECHENLAND - 4. Renntag

Den Weg kennen wir ja schon :)

TÜRKEI - 4. Renntag (besser: Rennnacht)

Südlich der Autobahn finden sich riesige Industriegegenden, im ganzen Land leben ca. 70 Mio. Menschen. Auf weitläufigem, welligem Gelände geht es die 4-spurige D100 in rasantem Tempo entlang bis nach Istanbul, wo wir ca. um 03:00 Uhr ankommen, zumindest am Stadtrand.

Erinnerungen an Belgrad werden wach, nur hier ist es noch ärger - deshalb sind wir vermutlich das erste Team das im asiatischen Raum ankommt, und diesen gleich wieder verlässt um sich wiederholt zu verfahren. Untypisch um diese Uhrzeit: kein Verkehr, typisch: jedes 2. Auto ist Polis - Polizei. Highlights sind die Gassen, so schmal das die Bullis fast steckenbleiben, da muss schon so mancher Mistkübel rücken (ohne aussteigen, nicht in Istanbul um diese Uhrzeit - es heißt ja "Stoßstange"). Noch besser war der Tunnel: rein im hell beleuchteten zivilisierten Istanbul, raus ins unbeleuchtete Problemviertel voller Graffities, sofort umdrehen, Tunnel retour. Irgendwann finden wir einen passenden Parkplatz (jeder hätte gepasst), und um 04:00 Uhr in die Heia.