4. Mai - Etappe 3
Geschrieben von: Dan   
Dienstag, 05. Mai 2009 um 14:58

SERBIEN - 3. Renntag

Der Tag beginnt mit der Überbrückung der Leerlaufregelung, und mit der nächsten Sonderprüfung! "Was in der Zeitung steht", von einer Tageszeitung (in unserem Fall einer Serbischen in kyrillischer Schrift!) jeweils eine Überschrift der 1., 2. Seite und einer Seite aus dem Lokalteil eine Übersetzung im Lösungsbuch anfertigen. An der Tanke gibt's keine Zeitung, aber eine nette, deutsch sprechende Kellnerin, Jouana, die uns sagt wo eine zu holen ist, sie übersetzt sie uns dann. Gesagt - getan, die Überschriften waren rasch erledigt, und nicht nur das, auch die serbische Hymne (Text und Partitur) sowie als Bonus noch ein Liedtext "Lepa Lukic" eingeheimst, dann mussten wir abhauen, weil ihr Boss das nicht gern sah.

Damit haben wir schon nach der Grenze alle Prüfungen gemeistert und können rasch Serbien hinter uns lassen - denken wir. Die Irrfahrt in Belgrad hatte es in sich, aber dafür haben wir viele Eindrücke aus der Stadt mitgenommen, aus der wir schließlich doch rausfanden, um bei strömenden Regen weiter nach Kragujevac, nochmals die falsche Abzweigung zu erwischen. Der RaketenBus tropft bei Regen durch das Antennenloch, professionell wird der Missstand mit Kaugummi, von innen während der Fahrt, abgedichtet. Auch der Funk vom PistenBulli funktioniert nach einer Radikalkur am Antennenkabel wieder ;-)

In Serbien treffen wir erstmals auf Straßen deren Befahrung die Bezeichnung Rallye verdient, und wir sind hier auch diejenigen die überholen, statt laufend überholt zu werden :-) Heute wird wieder eine Nachtschicht fällig, Ziel ist die bulgarische Grenze, da wir Bulgarien möglichst rasch hinter uns bringen wollen (Details siehe Reisewarnungen Bulgarien ;-)

In Belgrad prägen rote Ampeln, radikale Fahrweise und Navigationsprobleme. Irgendwie schaffen wir es nach langer Odyssee raus und führen sofort die Stricherlliste am Bus ein, auf der Beinaheunfälle, interessante Manöver und rote Ampeln notiert werden, im 3er-Konvoi alles nicht so einfach. Das einzige technische Problem ist die räudige Spoilerlippe beim PistenBulli, Gewebeband ist übrigens vielseitig einsetzbar. Das Vorbeifahren an Spanferkelgrillern macht hungrig - Essenspause mit serbischer Bohnensuppe aus dem Campingbrenner. Busse immer dicht machen, die hiesige Jugend ist sehr an unserer Ausrüstung interessiert.

Bei Knjazevac verlassen wir die sogenannte Hauptstraße um die Abkürzung über die Hügel zu nehmen, die bisher rasanteste Rallyeetappe beginnt, aus vielen Schlaglöchern hört man ein Echo. Im tiefsten Serbien wird, umrahmt von Schafsgeblöke und einfachen Häusern, von denen manche nur über eine Wasserdurchfahrt erreichbar sind, Pause zwecks Fotosession eingelegt. Ein paar km später nochmal Fotopause an einem lauschigen Wasserfall, wo das letzte Busdach eingedrückt wird ;-)

Serbien machte auf uns einen etwas wilderen Eindruck als Kroatien, man findet abseits der Hauptrouten hin und wieder ein Pferdefuhrwerk im Feld. Schafhirten treiben ihre Herden durch Dörfer mit Lehmstraßen. Immer wieder streifen Straßenhundebanden durch die Gegend. Wir nächtigen wieder 30km vor der Grenze, bei Pirot, an einer Raststation, weniger luxuriös - gleich billig, und mit dem örtlichen Bettelstraßenköter "Chucky" der vermutlich noch nie in seinem Leben gestreichelt wurde. Das Zeckentaxi hat dann auch die Reste vom Essen beseitigt.