JORDANIEN - 16. Tag - Siegerehrung Früh morgen um 06:30 Uhr weckt uns Sura von den Speed Sisters wie versprochen pünktlich um uns an den Bus anzuhängen wenn es ins Jordantal geht. Aber erst mal ein ordentliches Frühstück, und das ist wirklich ordentlich, da gibt's nicht nur Honig, da steht z.B. eine ganze Bienenwabe aus der der Honig tropft, man hat quasi Angst gestochen zu werden wenn man sein Semmerl schmiert.
Sura wagt sich in einen der Bustards-Busse, der Rest der Sisters macht heute eine Shopping-Auszeit. Aber nicht nur Sura, der ganze Bustards-Haufen fährt heute im kurz übersetzten KramBus, was eine logistische Herausforderung darstellt 7 Leute in einen Bus mit nur 2 Sitzen und einer Schlafmatratze gemütlich für 2x2h unterzubringen - geht schon. Die Hinreise beginnt mit Chaos, bis sich die Polizei "einschaltet" und vor uns den Weg freiräumt, einige Rallyefahrzeuge und der Bus mit 80 km/h über rote Ampeln durch den Stadtverkehr. Das absolute Highlight sind die Schwabenpower, mit ihren 3 grünen alten 7er BMWs (gestartet sind sie übrigens mit 4 von den BMWs), einer der 3 fällt unterwegs aus und wird per Schleppseil mitgezerrt, und wie. Sich gegenseitig überholen ist eine gute Idee, wenn man eigentlich gerade abgeschleppt wird. Besonders interessant ist auch die Benzinspur die der kaputte BMW hinter sich herzieht. Wir passieren wieder viele bewaffnete Posten, an denen wir ebenfalls vorbeirasen, bis wir nach 2 Stunden im Jordantal nahe dem See Genezareth und ganz nahe bei den Golanhöhen zu einer alten Römerstadt, "Umm Qays" kommen, die schon in der Bibel erwähnt ist. Durch die wir allerdings aufgrund Zeitmangel wie Kamele durchgetrieben werden, um rechtzeitig zum Empfang bei der heißen Quelle von Shoni zu sein. Macht nix, das Problem der Ausgrabung ist, dass an Petra einfach nix rankommt. Den Jordan überqueren wir unterwegs mehrmals und kommen in eine der ärmsten Gegenden Jordaniens. Dort gibt es einen Zusammenschluss von Dörfern der sich vor Allem um brauchbares Wasser in der Gegend kümmert. Der Bürgermeister Shoni empfängt uns und hält eine Ansprache während wir es uns im bereitgestellten Baldachinzelt gemütlich machen, danach gibt es gutes Mittagessen vom Buffet. Wir waten auch eine Runde im 58 ° heißen, angeblich sehr heilsamen Wasser der Quelle, wir sind fast gar. Heute ist es generell extrem heiß, der KramBus verfügt über kein Thermometer, die gefühlte Temperatur liegt allerdings bei fast 40 °. Bevor wir gegen 15:00 Uhr wieder aufbrechen geben wir unsere Hilfspakete von der jordanischen Hungerorganisation ab. Hinter dem Zaun warten bereits viele Kinder und einige Frauen, Stofftiere werden rübergeworfen, die Kinder stürzen sich auf sie. Ein Team stellt sein Hab und Gut, samt Schlafsäcken und Allem was nicht mehr gebraucht wird am Platz ab, es dauert nicht lange und die Kinder beweisen ihre Kletterkünste und überwinden den Stacheldrahtzaun, die 2m hohe Betonwand und schnappen sich die Sachen die sie den wartenden Müttern hochreichen, jetzt bereuen wir beinahe einen großen Teil unserer Sachen schon vor Petra einer noch recht wohlhabenden Beduinenfamilie gegeben zu haben! Retour geht es ohne Begleitschutz, aber nach wie vor im rasanten Tempo und auch wieder über zahlreiche rote Ampeln, die Schiebetüre bleibt die ganzen 100km nach Amman offen, was uns viele wundersame Blicke der Bevölkerung einbring, überall winkt man uns zu. Dem Wasser in unseren Flaschen fehlt nur noch eines: der Teebeutel - es ist heiß, die hereinziehende Luft ist auch heiß, aber wie immer haben wir Spaß, besonders wenn wir Gelegenheit haben eine der Speed Sisters zu verderben J. 2 sitzen vorne, klar. 2 sitzen hinten auf den Campingsesseln, davon einer neben der offenen Schiebetür und hält sich am Rahmen fest. Die restlichen 3 liegen hinten auf der hohen Liegefläche und bewundern die Landschaft von dort aus. So fahren wir nach weiteren 2 Stunden Fahrt wieder im Le Royale ein, vorbei ein einem flankierenden HumVee der Militärs, einem Polizei-A6, dem Sicherheitsportal und den üblichen 20 Leuten Wachpersonal und einigen Gästen vor dem verglasten Haupteingang vorbei, runter in die Tiefgarage, jetzt kennt uns wirklich jeder. Es ist 17:00 Uhr, und langsam wird's richtig spannend: um 18:30 Uhr beginnt im bereits bekannten Ishtar Ball Room der orientalische Abend - und damit die Siegerehrung! Das Buffet dampft aus verschlossenen Behältern als wir nach 1/2h endlich einen freien Lift ins Ball-Stockwerk erwischen, dabei gibt es 3 Lifte! Wir schnappen uns einen der großen runden "Rallye Partipitiants" Tische für 10 Personen und füllen ihn mit Speed Sisters auf. Nicht lange und Wilfried vom OK beginnt seine Ansprache und die ersten Teams werden aufgerufen, endlich erfahren wir wie wir liegen und dann endlich: "Styrian Bustards" - 4. Platz! Raus vor die Bühne, jeder bekommt vom OK Dankesworte und eine Medaille übereignet und wir lassen uns fotografieren. Egal - wir sind heil angekommen, hatten (auch lt. Aussagen anderer Teams) extrem Spaß und sind um viele Erfahrungen reicher, jedes Team ist somit Gewinner! Es kann auch anders laufen, wir erfahren von einem Team das in Österreich "verschwunden" ist. Ein Weiteres ist disqualifiziert: 2.200km Autobahn und auch sonst viele Regelbrüche. Das jordanische Team, das außerhalb der Wertung lief weil es für Syrien kein Visa bekommt, hat 2 von 4 Autos unterwegs stehen lassen. Laut Walter vom OK ging es generell knapp her in der Punktereihung, dieses Jahr gab es viele gute Teams. Plötzlich spürt man Nervosität: Prinzessin Basma dürfte im Anrollen ein. Die Sicherheitskräfte vermehren sich auf wundersame Weise, die Kellner stehen bereit und Musikanten kommen in den Raum. In einer aufwendigen Zeremonie betritt die Prinzessin den Raum, allerdings für uns nur aufgrund des Blitzlichtgewitters erkennbar. Es gibt wieder Ansprachen in englisch, deutsch und arabisch. Dankesworte und Lobpreisungen leiten den kurzen Film ein, der von einem Team ab der jordanischen Grenze gedreht wurde. Die Busse sind, eh klar, des Öfteren im Bild. Stefan fällt der Aufregung beinahe zum Opfer, trotz des prognostizierten nahenden Herzinfarktes ist es doch noch nur ein kurzes Kreislaufproblem, er hält sich fern vom hellen Licht und überlebt um sich mit neuer Kraft auf das Buffet zu stürzen, dann kommen wir zu den ersten 3 Plätzen. Und den 3. Platz erreichen - zu unserer ehrlichen Freude - die Styrian Speed Sisters! In durchlauchter Präsenz wird ihnen ein Bronzekamel als Preispokal übergeben und natürlich überstrahlen sie in den ganzen Saal vor Freude - in pink! Der 2. Platz ging an das lässige Team "Mikado", der begehrte 1. Platz wird durch das Team "KRBO - Kette rechts und Bremse offen" erreicht. Zu dem Zweck wird ein kleines, niedergebundenes Kamel auf die Bühne gebracht - es bekommt den Namen "Jim" - wie Jim Beam nur ohne Beam. Arabär bekommt mit seinem Käfer Speedster den Sonderpreis für das ausgefallenste Fahrzeug, das Team Lauschangriff für den besonders karitativen Zweck, sie haben, während wir Urlaub gemacht haben, Gehöruntersuchungen durchgeführt. Die Allgäuer Dirndl-Power Mädels geben auf der Bühne Gas mit dem eigenen Song. Mich und Stefan nutzen die Gunst der Stunde um ein Foto mit der Prinzessin zu ergattern, auf dem Mich barfuß drauf ist (Blick auf die Füße, "Are you OK?" - "sure!"). Der orientalische Abend endet mit einer Bauchtänzerin, Folkloretanzgruppen und Dudelsackkapellen, und natürlich mit einem gewohnt epischen Buffet. Die Sisters entführen wir noch auf ein paar Bier in den "beerkeller" und rauf auf die luxuriöse Terrasse im 10. Stock der "Chester's Bar" wo deren Stockerlplatz gebührend gefeiert wird, pinke Schuhe werden an Bustards ausprobiert, Sura verrät unsere Spinnereien des Vortages an den Rest der Sisters, als sie uns schutzlos ausgeliefert war, und auch sonst gibt's noch einige G'schichtln aus Rallyetagen die einer detaillierteren Nacherzählung bedürfen. Hier gehts zum Bilderalbum 2009_05_17 UmmQays -Jordantal - Siegerehrung im Le Royal Amman |