| 12. Mai - Etappe 11 |
| Geschrieben von: Dan |
| Dienstag, 12. Mai 2009 um 21:57 |
SYRIEN - 11. RenntagAuf und 200m weiter zur syrischen Grenze: zahlen, laufen, stempeln, zahlen, stempeln, nach 1 Stunde sind wir durch.JORDANIEN - 11. Renntag Mit unserer Aktion auf den Busdächern sind wir jetzt auf 3 Videos und unzähligen Fotos. Wir haben nun alle Pässe zurück und folgen der Beschreibung in die Wüste. Nicht so schwer, Polizeiposten weisen uns den Weg, Polizeiposten mit Chevy Blazer und umgebauten Audi A6 mit Rammböcken vorne und hinten - kein Vergleich zu den syrischen Pseudoautos. Jordanien macht auf den Hauptrouten einen viel saubereren Eindruck, in Jordanien leben auch nur 6 Mio. Leute, eine Kleinigkeit zu den Menschenmassen in den vergangenen paar Ländern. Die Häuser sind arm und einfach, aber wirken gepflegt. Es ist noch trockener als in Syrien - und da sind wir noch nicht in der Wüste! Und in genau diese kommen wir jetzt: ewige Weite stahlharten Sandes, gut, nicht ewig wie ein BMW des Teams 33 feststellen muss, wir werden von ihm mit einem Überschlag (!) empfangen, die einzige Bodenwelle erwischt und im Drift aufs Dach gekugelt, erschrocken laufen wir hin und stellen das Teil wieder auf die Reifen, glücklicherweise ist dem Fahrer nichts passiert außer ein kleiner cut bei der Hand.
Die Wüstenetappe hat es in sich, wir fahren durch Steinwüste, Sandwüste, wüste Wüste. Weit und breit nichts, hin und wieder eine Staubwolke eines anderen Teams. Schnell verlieren wir die Orientierung, glücklicherweise sind offensichtlich Polizisten wie Hütehirten für uns abgestellt, die die verlorenen Teams wieder zusammenfangen und in Richtung schicken: Azraq. Nach über 30 km materialzerstörende Wüstenetappe, selbst der Bus streift, später am Campingplatz werden wir den vollen Ausmaß der Verwüsteng bei den anderen Teams sehen, die Speed Sisters mit abgefallenem Bodenblech treffen wir schon unterwegs. Es hat 35-40 °C, überall Staub, oft steht der Staub in der Luft und man sieht keine 3 Meter, hoffentlich bremst der Vordermann nicht! der ultimative Wahnsinn.
Am Campingplatz angekommen treffen wir schon auf viele Teams - aber nicht alle. Die kommen erst später, meist einen zerstörten Mercedes o.Ä. am Schlepptau, oder ohne Scheibe, oder BMW ohne Stoßstangen, Auspuff fehlen einige, nur der rote, überschlagene BMW der 33er fährt noch von selbst ? - ein Bild der Zerstörung. Wir haben den Spaß der so manchen gestressten Blechhaufenteams fehlt. Das Bierdoserl kostet 3 Dinar, die Flasche Wein 20 Dinar, das zumindest ist zu teuer. Wir nisten uns gemütlich in rot-weiß-roter U-Formation ein und genießen Shisha, Schnaps, Bier, Manner-Schnitten vom Wiener Peugeot Team und gepflegte angenehme Unterhaltung mit den Styrian Speed Sisters die inzwischen auch heil am Platz angekommen sind und neben uns sitzen. Wir tauschen Geschichten aus. Sehr relaxt. Später sehen wir uns das aufgebaute Buffet an, und die Massenschlafplätze in den nahen Beduinenzelten. Es gibt heute die Info wie die gebuchte Reise weitergeht, und die Verabschiedung für alle Anderen. Das trifft auch unser Team: der PistenBulli nimmt am Anschlussprogramm nicht offiziell teil, aber sie werden uns auf den Fersen bleiben. Am 17.05. ist die Siegerehrung, na hoffentlich sind wir vorne dabei, erst dort erfahren wir welchen Patz wir haben: 4., 3., 2. Oder Kamel? Es wird spät heute, die Livemusik beginnt und das Bier fließt in Strömen, auch eine Shisha lässt sich auftreiben, was Mich und mich besonders freut. Hier gibt's unter Anderem auch wieder ein normales Klo, nebenan das (verstopfte) Stehklo - kein schöner Anblick. Heute sind auch die "Fanreisenden" dazugestoßen, da gab's sicher den einen oder anderen Kulturschock - wir sind allein aus Syrien inzwischen schlimmeres gewohnt, und können uns die penible Sauberkeit zu Hause kaum noch vorstellen. Hier gehts zur Bilderserie 2009_05_12 Einreise Jordanien - Wüstenprufung - Camp Azraq |
Sofort werden wir durchgewinkt, geben unsere Pässe ab und fahren auf einen großen Parkplatz wo schon viele Teams, das OK (Organisationskomitee) und ein Beduinenzelt stehen, alles mit Polizeischutz, sehr nobel, vor Allem da wir noch syrische Verhältnisse gewohnt sind. Wir bekommen Karten und Ausflugsprospekte von Jordanien, ein Paket für die "Jordan Alliance against hunger", dann bauen wir die Campingstühle auf den Busdächern auf, drehen die Anlage auf, und genießen die 4-Doller-Efes-Biere aus dem nahen Shop. Die ersten echten Biere seit der Türkei. Dann schickt man uns in die Wüste - ja wirklich, es gibt eine Wegbeschreibung in die Wüste zur "Wüstensonderprüfung", der letzten Prüfung des ganzen Rennens - heute ist der letzte offizielle Renntag.
Wir beobachten das Geschehen: vor uns ist der "Start": das OK erklärt den gleichzeitig startenden Teams das Vorgehen: ca. 4km Vollgas geradeaus bis zum OK-BMW, um diesen herum und retour bis zu den beiden Pylonen, um diese einen 8er fahren und durch 2 aufgestellte Reifen durchs Ziel, Zeit wird gemessen. Üben kann man linkerhand, wo es den BMW geworfen hat. Wir geben unsere Noten und das Lösungsbuch ab und starten ohne Vorübung - voll spaßig, alles voller Staub und Sand, hinten sieht man nicht mehr was vorne vor sich geht, Blindflug. Der RaketenBus dominiert wie zu erwarten das Feld, KramBus hintenauf, PistenBulli müht sich in respektvollem Abstand, Spaß haben alle gleich viel. Wir schaffen den 8er ohne Blechkontakt und rasen in einer Staubwolke durchs Ziel, alle schön braun? Dann übt jeder noch ein wenig am Spielplatz driften, eindrehen, Vollgas und dann der exakten OK-Team-Beschreibung folgen: "fahrt's da 20-30km entlang den Steinpyramiden (die alten Wegweiser für die Karawanen, na dann los.
Endlich kommen wir wieder auf asphaltierte Strassen, keine Ahnung wohin aber wir haben den Glückstreffer: links. In Azraq eingetroffen, wo die aufgeschlitzten Schafe neben der Straße hängen suchen wir unseren Weg zum Azraq Resthouse Camp, finden aber nur das Azraq Resthouse Hotel. Auch andere Teams haben diesen falschen Weg eingeschlagen. Egal, es hat einen Swimmingpool den wir um 2 Dinar (= € 2,-) benützen dürfen, vorher essen wir noch was, dann in den Pool, der inzwischen aber 3 Dinar p.P. kostet, eh kloar! So schwimmen wir im Azraq Swimmingpool mitten in der Wüste - das Glück liegt uns zu Füßen, mit uns die Sisters und noch 2 Teams die die Gelegenheit nutzen, dann machen wir uns zum Camp auf, ohne den Pool zu bezahlen - HAHA. Später erfahren wir dass sich die Sisters deshalb beschimpfen haben lassen müssen - HAHA die 2. Sie mussten auch einen Ziegenbock aus ihrem Auto verscheuchen, der sich inzwischen auf der Rückbank eingenistet hat.