11. Mai - Etappe 10
Geschrieben von: Dan   
Dienstag, 12. Mai 2009 um 10:55

SYRIEN - 10 Renntag

Der Stadtverkehr weckt uns, wir putzen uns die Zähne an einem Grünstreifen, was so manche weniger verhüllte Orientschönheit zum schmunzeln bringt, armen Eindruck machen wir trotzdem keinen. Man muss bedenken, dass hier kaum ein gutes Messer oder Geschirr in guter Qualität für Syrier leistbar zu bekommen ist und es Geschäfte gibt die Sega Megadrives (Baujahr 2007!) verkaufen.

Die roten Keilfahrwerk-Busse bekommen einen bösen Blick per Edding-Stift. Wir lösen wieder 3 Stunden Parktickets und sinnieren über den Fortgang des heutigen Tages: Lösungsbuch bekleben mit den gestern ausgearbeiteten Fotos und anderen Spaßfotos, in den Internet-Shop und vielleicht noch ein paar Pfund am Basar loswerden, bevor wir uns langsam Richtung Jordanien aufmachen, morgen ist der letzte offizielle Renntag - damit auch der letzte Tag des Rallyeblogs? Oder soll's noch bis zu unserer Heimreise am 19. Mai weitergehen? Mal sehen!

Jedenfalls geht es nach einem umfangreichen Basar-Besuch in ein Kaffeehaus wo wir ein westliches (!) Klo antreffen, wir sind hin und weg, wo wir doch nur Löcher im Boden gewohnt sind, oder gar keine Löcher ?. Gegen 02:00 Uhr wieder ins Auto um sich in das absolute Verkehrschaos zu stürzen.

Es geht retour durch die Kärntnerstraße Syriens (die mit den Autohälften) Richtung Grenze. Am Stadtrand die städtische Müll- und Schutthalde entlang endlich raus aus dem Chaos. Diesmal müssen und dürfen wir die Autobahn nehmen um zum richtigen Grenzübergang zu kommen. Von den Landstraßen sind wir einiges gewohnt, die Autobahnen sind eigentlich gleich. Die Richtungen sind durch einen begrasten Graben getrennt, deshalb kann man auf der Autobahn nicht umdrehen, wodurch einem so mancher Geisterfahrer auf dem Pannen (=Traktor =Pferdefuhrwerk = langsamer LKW-) Streifen entgegenkommt. Wird man müde bleibt man ebendort stehen um neben der "Autobahn" einen Happen zu essen, oder sich zu erleichtern. Wir überholen einen Panzer. Im Mittelgraben finden wir "Mittelstreifendöner", also eine Herde Schafe und Ziegen zwischen den Fahrrichtungen, glücklicherweise mit ihren Hirten. Später noch ein paar ohne Hirten. Neben der Spur liegt eine tote Kuh - wuäh.

Der erste Tag ohne jeglichen Streß. Kurz vor der Grenze suchen wir im Grenzort Nasib was zu essen, wir finden allerdings nur Syrien pur in seiner ganzen Ärmlichkeit, der Biologie werden neue Grenzen gesetzt, betrachtet man die riesigen Augen der Kinder denen man Spielzeug und Plüschviecher vom Armaturenbrett zuwirft. Besser wieder zurück zur Grenze zum dortigen Rasthaus, vor dem wir auch die Busse zum schlafen richten. Dann gehen wir essen: 2,5 kg Fleisch sind nun fällig, eh klar, "Koschpelemper" Stefan hat bestellt. Essen kann weh tun.
Abends bauen wir noch eine Shisha und sind gespannt auf die Jordanien-Einreise, wo uns das OK erwarten sollte.

Hier gehts zur Bilderserie 2009_05_11 Damaskus - GrenzeSYR/JOR